07.03.2017

Projekt - "Fremd- und Anderssein - Außenseiter unserer Gesellschaft"

 

Lernbereichswoche PL Klasse 9 „Gesellschaft und Wirtschaft“

Vom Fremd- und Anderssein - Außenseiter unserer Gesellschaft so lautete das Motto der Lernbereichswoche vom 27.02.- 3.03.2017 unserer 9. Klasse des Bildungsgangs Produktives Lernen der Georg-Schumann-Schule Leipzig. Die Schüler näherten sich zunächst dem Thema, indem sie überlegten, aus welchen Gründen ausgegrenzt und diskriminiert wird und welche Formen der Ausgrenzung es geben kann. Sie tauschten sich über Situationen und eigene Erlebnisse aus, in denen sie sich schon einmal als Außenseiter fühlten. Neben politischer, religiöser, sexueller, sozialer, materieller sowie schulischer Ausgrenzung sprachen wir ebenfalls über behinderte Menschen und darüber, wie diese in die Gesellschaft integriert werden und welche Barrieren es für sie zu überwinden gilt. Hierzu schauten wir den Film „Eine Tick anders“ (Ein Mädchen mit Tourette-Syndrom findet lediglich Halt und Akzeptanz innerhalb ihrer Familie, die Gesellschaft gibt ihr kaum eine Chance.) Zwei Tage dieser Lernbereichswoche kooperierten wir mit dem Netzwerk für Demokratie und Courage. Die Teamerinnen Laura und Jasmin vertieften mit den Schülern mittels spielerischer und kooperativer Lernformen Diskriminierungssituationen und Ausgrenzungserfahrungen. Auch die Themen Flucht, Migration und Asyl waren an diesen Tagen immer wieder präsent. Aufschlussreich war die Methode „Refugee chair“. Sie verdeutlichte den PL-Schülern wie ungleich der Reichtum auf die Kontinente verteilt ist. Weltweite Fluchtbewegungen sollten hier im Verhältnis zum Reichtum der Kontinente betrachtet werden. Diese Methode erzielte bei allen ein enormes „Aha-Erlebnis“ und regte zum Nachdenken und Diskutieren an. An einer Weltkarte wurden Fluchtrouten besprochen und ein Schüler afghanischer Herkunft zeigte seinen Mitschülern den Fluchtweg, den er vor fünf Jahren mit seiner Familie nahm. Die Klasse zeigte sich sehr mitfühlend, fragte nach und wollte Genaueres wissen.
Schließlich lässt sich resümieren, dass es eine gelungene Woche war, die den Schülern einen Blick über den Tellerrand hinaus abverlangte, teilweise konnten verfestigte Vorurteile abgebaut und die Empathie der Klasse Anderen und Fremden gegenüber gefördert werden.

Ilka Keiderling

(Pädagogin PL Klasse 9)